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ZUSAMMENLEBEN ZWISCHEN MENSCH UND KATZE

Katzen waren ursprünglich nicht darauf ausgerichtet, mit Menschen zu leben. Im Gegenteil: Katzen waren alleinstehende Jäger, die ohne soziale Gruppierungen in der Wildnis lebten. In Bezug auf das reine Überleben hätte es also keine Notwendigkeit gegeben, eine so enge Bindung zum Menschen einzugehen.
Verbunden – und doch unabhängig.

Die Katze ist eine sehr anpassungsfähige Kreatur, die bei extrem unterschiedlichen Umgebungsbedingungen leben kann und daher auch in der Lage ist, mit Menschen zu koexistieren. Bei aller Domestizierung und bei aller Fürsorge durch Menschen, auch wenn sie von diesen ernährt wird, hat sie ihre Unabhängigkeit behalten und verlor nichts von den erforderlichen Fähigkeiten, die sie zum Jagen benötigt.

Um Katzen zu domestizieren, hat die Menschheit die starke Abhängigkeit der Kätzchen zur Mutter ausgenutzt. Durch die Zucht und das Aufziehen wurde die Abhängigkeit bewusst verlängert und damit die Basis für die Beziehung zwischen Katzen und Menschen geschaffen. Wer Katzen hält, muss sich bewusst sein, dass er Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt. Wenn Katzen mit Menschen leben, benötigen sie die entsprechende Umgebung, die ihrem natürlichen Verhalten entspricht.

Beziehung zu einem Menschen –
Vom ersten Tag an hängt die Intensität der Beziehung zwischen Menschen und Katzen von einer Vielzahl von Faktoren ab. Sehr wichtig ist hier die Persönlichkeit der Katze, die zum Teil erblich ist und teilweise von ihrer Umgebung geprägt wird. In den meisten Fällen entscheidet jedoch letztendlich das Alter der Katze, in dem sie das erste Mal in Kontakt zu Menschen getreten ist, über die Stärke der Bindung. Bei Katzen, die während des Aufwachsens nur mit anderen Katzen zusammen gewesen sind, ist es unwahrscheinlich, dass sie später enge Beziehungen zu Menschen aufbauen. Sie könnten den Menschen als Nahrungsquelle annehmen, aber körperlichen Kontakt vermeiden und ihre Unabhängigkeit bewahren. Bei Katzen, die im Alter von drei bis sieben Wochen eine Verbindung zu einem Menschen herstellen, kann später erwartet werden, dass sie eine enge Beziehung zu dieser Person haben werden. Diese wird dann für den Rest ihres Lebens als eine Art „Mutterfigur“ gesehen werden.

Die Beziehung vertiefen durch Berühren –
Wenn sich eine Katze schon in jungen Jahren mit einem Menschen verbindet, wird sie sogar das Streicheln akzeptieren und genießen, welches eine erwachsene Katze normalerweise nicht zulassen würde. Das gegenseitige Berühren kann einen sehr positiven Einfluss auf die Intensität der Beziehung haben. Aber Vorsicht: es sollte vermieden werden, körperlichen Kontakt zu erzwingen oder die Katze festzuhalten. Im Idealfall sollte die Katze sich dem Menschen von selbst zum Streicheln nähern. Je entspannter diese Kontaktform von Anfang an ist, um so mehr wird die Katze die weitere Nähe zu diesem Menschen in der Zukunft suchen.

Trauer durch Vernachlässigung –
Katzen reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen ihrer Umgebung. Dies gilt nicht nur für grössere Veränderungen wie Umzug oder Einrichtungsveränderungen, sondern auch bei einer Beziehung mit einem anderen Menschen.

Katzen, die sehr eng mit ihrem Menschen verbunden sind, fühlen sich so stark mit diesem verbunden, dass sie dessen Stimmungen absorbieren. Das bedeutet: wenn ihr vertrauter Mensch unter Stress leidet, leiden sie auch sehr. Werden ihre Bedürfnisse vernachlässigt, spüren sie das, sofort und schmerzhaft. Es ist nicht möglich, ihnen mitzuteilen, dass diese Vernachlässigung manchmal durch nichts Weiteres als vorübergehenden Zeitdruck verursacht wird.

Ebenso kann jede Änderung in der Familieneinheit (z. Bsp. der Verlust eines Familienmitglieds, die Geburt eines Babys, der Erwerb eines anderen Haustiers) äußerst anstrengend für eine Katze sein, und dies kann zu Verhaltensproblemen führen. Besitzer sollten dies berücksichtigen, vor allem, bevor Sie ein anderes Haustier bekommen. TIPP: Bei Verhaltensproblemen (z. B. plötzliche Verschmutzung) sollten Sie nicht sofort den Kopf verlieren. Das Wichtigste ist, herauszufinden, was diese Probleme verursacht: nur dann kann das Problem gelöst werden.

Bindung durch Spiel und Aktivität –
Wenn Kätzchen spielen, üben sie nicht nur Jagdverhalten, sie bilden auch soziale Bindungen. Im Gegensatz zu Hunden ist es bei erwachsenen Katzen nicht der Fall, dass sie weiter spielen. Das hat viel mit der Tatsache zu tun, dass die Katze ein Einzelgänger ist und deshalb nicht in Gruppen wie der eher „soziale“ Hund lebt.

Mehr Menschlichkeit gegenüber Tieren –
Katzen, die von Menschen betreut werden, verlernen nie ganz die Gewohnheiten ihrer Kindheit – daher zum Beispiel ihr Leben lang Interesse am Spiel. Insbesondere eine Katze, die als reine Hauskatze gehalten wird, ist Spielen eine wichtige Möglichkeit, ihre sexuellen, jagdbezogenen und aggressiven Triebe auszuleben. Zusammen zu spielen ist auch die ideale Gelegenheit, die Beziehung mit der Katze zu vertiefen.

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Katze aktiv zu beschäftigen. Der Besitzer kann beispielsweise eine kleine Menge Trockenfutter oder Leckereien zu Hause verstecken: in Kisten, Toilettenpapierrollen, oder einem Activity Board (dieses kann entweder in Tierhandlungen gekauft oder zu Hause gebaut werden). Viele Katzen lieben Spielzeug, das nach Baldrian oder Katzenminze riecht. Katzen lieben es, Objekte zu fangen, die sich von ihnen weg bewegen und „verstecken“. Eine ansprechende Möglichkeit Katzen mit einer mentalen Übung zu versorgen, ist „Clicker Training“. Mit positiver Bestärkung können sie bestimmte Tricks oder spezielle Handlungsweisen erlernen. Während dieser Trainingseinheiten kommt die Bestärkung aus dem sogenannten „Clicker“. Auch neue Gerüche und Gegenstände sind aufregend, so sollten Sie manchmal Holzstücke, Steine oder harmloses Gras und Unkraut von einem Spaziergang mit nach Hause bringen. Leere Papiereinkaufstaschen (NICHT aus Plastik!) sind praktisch: Katzen werden es lieben, sie zu untersuchen und als hohle, rauschende Räume zu verwenden. Vergessen Sie nicht, die Griffe durchzuschneiden, um sicherzustellen, dass die Katze sich daran nicht verfängt. Wenn man bedenkt, dass eine Katze in der Wildnis drei bis zehn Stunden am Tag mit der Jagd verbringt, ist es klar, dass Sie mehrere Stunden am Tag damit verbringen müssen, sie aktiv zu halten, um sicherzustellen, dass sie gut in Form bleibt.

Fehler vermeiden!
Um zu vermeiden, dass die Beziehung zwischen Ihnen und ihrer Katze versehentlich zerstört wird, ist es wichtig, die folgenden Fehler im Umgang mit der Katze unbedingt zu vermeiden:
  • Starren: unter Katzen, direkt in andere Katzenaugen zu starren, gilt als bedrohliche Geste (siehe „Körpersprache ”für mehr). Das sollte also um jeden Preis vermieden werden, um der Katze keine Drohbotschaft zu senden, während sie ihr eigentlich zeigen wollen, dass sie freundlich sind. Besser wiederholt blinzeln, da dies eine beruhigende Wirkung hat. ihnen.
  •Laute schrille Töne: Das Gehör einer Katze ist viel besser entwickelt als unseres, besonders wenn es um hohe Frequenzen geht. Katzen sind viel empfindlicher auf Lärm, und dies sollte beim Zusammenleben mit ihnen berücksichtigt werden.
  • Rasende Bewegungen: Im Allgemeinen bewegt sich eine Katze sehr leise und vorsichtig. Schnelle Bewegungen verursachen, dass sie nervös oder ängstlich reagieren.
  • Halten Sie die Katze fest: Selbst wenn eine Katze „ihrem Menschen“ vertraut und eine tiefe Bindung zu ihm hat, ist es äußerst stressig für diese, gegen ihren Willen festgehalten zu werden. In der Natur geschieht dies nur dann, wenn eine Katze zur Beute eines Feindes geworden ist.
  • Entfernen der Katze von einem Rückzugsort: Wenn eine Katze sich in eine Ecke,einen Hohlraum oder unter einem Möbelstück zurückzieht, sollte sie in Ruhe gelassen werden. Die Katze daraus zu entfernen, selbst mit der Absicht sie zu beruhigen oder durch Körperkontakt zu schützen (z. B. während eines Gewitters) wird nur das Gegenteil erreichen, indem Sie ihr zusätzlichen Stress verursachen. Katzen bevorzugen grundsätzlich Menschen deren Körpersprache zurückhaltend ist. Dies ist auch der Grund, warum sie eher auf Menschen zugehen, die nicht wirklich Katzenliebhaber sind. Solche Leute sind zurückhaltender, und das gibt der Katze das nötige Vertrauen, um näher zu kommen, da sie sich nicht von ihnen bedroht fühlt.

Oben: Manche Katzen können gestresst sein durch Festhalten.
Mitte: Spielen ist eine tolle Sache, um die Bindung zu deiner Katze zu stärken.
Unten: Zuneigung durch sanfte Berührung hilft dabei, eine stärkere Beziehung zwischen Katze und Besitzer aufbauen.